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niemer.de

(Senior Member)

Herr Kern hat mich gebeten hier mal dieses Thema zu eröffnen.
Also eine Bitte an alle Laien, die Fragen zum Thema Grundofen haben: Einfach hier die Frage stellen, auch wenn sie noch so "blöd" erscheint.
Nur so kann Herr Kern mal eine Seite mit Antworten erstellen die letztlich allen Einsteigern hilft!

Hier meine erste Frage:
Ich möchte einen Grundofen haben. Darüber sind alte Holzbalkendecken ohne großartige Isolierung( Baujahr 1880). Wie warm werden die Räume darüber?

Die nächste Frage:
Kann man mit einem Grundofen zwei Räume a 18mqm gleichzeitig heizen? ( dazwichen 24cm Ziegelmauerwerk)

Noch eine
Welche Lebenserwartung hat ein Grundofen?

Noch eine:
Kann man einen Grundofen auf eine Holzbalkendecke stellen?

So, jetzt Ihr!! Welche Fragen fallen Euch ein!
Natürlich auch solche die Ihr schon beantworten könnt.
verwirt

Gruß Uwe

13.03.08, 12:08:38

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 13.03.08, 12:47:28

Zitat von niemer.de:
Ich möchte einen Grundofen haben. Darüber sind alte Holzbalkendecken ohne großartige Isolierung( Baujahr 1880). Wie warm werden die Räume darüber?
Hängt vom Boden und dem Wärmebedarf oben ab. Der Grundofen erwärmt auch die Raumdecke und somit den oberen Fußboden. Davon würde ich mir aber nicht viel versprechen, dazu ist die Isolierung der Decke, auch Holz isoliert, vermutlich zu gut.
Zitat von niemer.de:
Kann man mit einem Grundofen zwei Räume a 18mqm gleichzeitig heizen? ( dazwichen 24cm Ziegelmauerwerk)
Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Der GO kann durchgebaut werden und heizt dann den zweiten Raum direkt mit Strahlung oder Der Ofen wird hinterlüftet und heizt dann den zweiten Raum mittels Warmluft.
Zitat von niemer.de:
Welche Lebenserwartung hat ein Grundofen?
Es gibt Grundöfen die sind hunderte Jahre alt. Dabei haben wir heute Materialien zur Verfügung die weit besser sind als früher. Wir verwenden z.B. für den Feuerraum eine 8,9cm dicke Cordieritschamotte. Das ist das beste was man sich vorstellen kann. Solches Material setzen wir auch in unseren Keramikbrennöfen als Brennhilfsmittel ein. (Platten und Träger für das Brenngut) Dabei wird das Material weitaus höher belastet als im Grundofen. Im Prinzip steht der Ofen solange wie das Haus.
Zitat von niemer.de:
Kann man einen Grundofen auf eine Holzbalkendecke stellen?
Kann man durchaus. Die Decke muss natürlich, dem geplanten Ofen entsprechend, tragfähig sein.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
13.03.08, 12:37:49

Holli

(Member)

Hallo,

wo liegt der bauliche Unterschied zwischen Grundöfen leichter, mittlerer und schwerer Bauart? Ist der mittlere Grundofen einfach ein kleiner schwerer, der nur öfter beheizt wird und dann mehr Leistung bringt?

13.03.08, 12:59:40

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 13.03.08, 14:19:41

Zitat von Holli:
wo liegt der bauliche Unterschied zwischen Grundöfen leichter, mittlerer und schwerer Bauart? Ist der mittlere Grundofen einfach ein kleiner schwerer, der nur öfter beheizt wird und dann mehr Leistung bringt?
Nicht ganz. Was die Feuerraumgröße, Zugdimensionen und Zuglänge betrifft sind sich ein schwerer Ofen (Nennheizzeit 12h) von z.B. 3,0kW, ein mittelschwerer Ofen (Nennheizzeit 8h) von 4,5kW und ein leichter Ofen (Nennheizzeit 6h) von 6,0kW gleich. Allerdings werden die Öfen dann unterschiedlich stark ausgebaut. Die Wärme muss ja schneller an die Oberfläche und die muss auch heißer werden um auf der gleichen Fläche mehr Leistung abgeben zu können. Alle Öfen in dem Beispiel benötigen die gleiche Menge Holz pro Abbrand und haben die gleiche Feuerungsleistung. Das ist die Erklärung für die gleichen Technikdaten. Das erklärt auch warum ein schwerer 3kW Ofen von uns so groß ist wie ein 4,5kW Bausatzofen. Soweit ich weis haben alle Bausatzöfen die mittelschwere Bauart. Dies wäre keiner weiteren Bemerkung würdig wäre es nicht so dass die Verkäufer von Bausätzen diese Tatsache gekonnt verschleiern mit Aussagen wie "Einmal einheizen, 24h warm". Tatsache ist dass diese Öfen, wenn sie ihre Nennleistung abgeben sollen dreimal pro Tag beheizt werden müssen. Beim schweren Grundofen, wie wir ihn bevorzugt bauen, ist das zweimal nötig. Je nach Außentemperaturen müssen die Öfen natürlich weniger geheizt werden. Nur geben Sie dann logischerweise nicht ihre Nennleistung ab. Deswegen kann ich nur davor warnen einen Ofen zu kaufen ohne folgende Daten "schwarz auf weiß" zu haben: Leistung in kW Holzmenge pro Abbrand Nennheizzeit (Bauart) Wirkungsgrad Schadstoffemissionen Niemand würde es einfallen ein Auto nach dem Aussehen zu kaufen ohne wissen zu wollen welche Leistung, welchen Verbrauch und welche Schadstoffklasse das Auto hat. Beim Kachelofen, obwohl das ja nun wirklich kein kurzlebiger Wegwerfartikel ist, machen unglaublich viele Leute genau das.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
13.03.08, 14:17:51

Mann

(Senior Member)

geändert von: Mann - 13.03.08, 19:40:03

Frage: Habe gehört, eine Sichtscheibe läßt aus dem Feuerraum zuviel Wärme entweichen, dadurch würde die notwendige Temperatur nicht / zu spät erreicht?

Frage: Was ist eine Hypokauste?

Frage: Warum soll angeblich die Speicherfähigkeit einer perfekt konstruierten Hypokauste schlechter sein, als bei einem Grundofen? Ist nicht vielmehr die Temperaturverteilung in der H. viel gleichmäßiger und somit auch die Oberflächentemperatur?

Frage: Macht es einen Unterschied, ob der Ofen bei extrem starkem Kaminzug (Wind, sehr kaltes Wetter) über die Zuluftklappe oder über die Abgasdrossel geregelt wird? Warum?

Frage: Wenn es ohnehin einer Nachheizfläche bedarf, warum dann nicht gleich einen hochisolierten Brennraum aus Vermiculite, um maximale Effizienz und beste Emissionswerte zu erreichen?

Danke & Gruß
M.
13.03.08, 19:36:26

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 14.03.08, 10:08:30

Zitat von Mann:
Frage: Habe gehört, eine Sichtscheibe lässt aus dem Feuerraum zuviel Wärme entweichen, dadurch würde die notwendige Temperatur nicht / zu spät erreicht?
Kommt darauf an von was wir da sprechen. Ein Heizkamin mit riesiger Scheibe und kleiner Leistung (wenig Holz pro Abbrand) hat da schon seine Probleme. Daher wenden die Hersteller von solchen Geräte auch eine Menge Tricks an um dennoch die Prüfbedingung erfüllen zu können. Dazu gehört der Einsatz von Vermiculite. Aushalten kann man den Widersinn nur indem man sich immer wieder selbst sagt dass es hier doch nur um das Feuererlebnis geht. Beim Grundofen spielt das (fast) keine Rolle. Die durch die Scheibe während des Abbrandes abgestrahlte Wärmemenge ist gering im Verhältnis zu der insgesamt, während des Abbrandes, erzeugte Wärmemenge.
Zitat von Mann:
Frage: Was ist eine Hypokauste?
Hier füge ich, der Einfachkeit halber, eine Erklärung der Hypokauste aus einem älteren Beitrag von mir ein. Eine Hypokauste, fachgerecht gebaut, funktioniert nach folgendem Prinzip. Ein Wärmeerzeuger erhitzt Luft, diese steigt im Ofen nach oben. Dort kühlt sie sich an der Ofendecke ab und sinkt dadurch, entlang der Ofenwände, nach unten. Damit die Luft aber auch wirklich noch im unteren Teil des Ofens die Seitenwand erwärmt, muss die Luftrückführung als Konvektionsschacht ausgebildet sein. Es muss also, vereinfacht ausgedrückt, eine Zwangsluftführung aufgebaut werden. Genau hier liegt, bei den Öfen die ich kritisiert habe, der Fehler. Diese Zwangsluftführung wird einfach weggelassen. Die Folgen sind dramatisch. Die Temperatur im oberen Ofenteil ist zu hoch. Dadurch ist auch die Rauchgastemperatur zwangsläufig zu hoch. Der Wirkungsgrad aus dem Grund zu niedrig. Der Ofen wird im oberen Teil heiß und bleibt im unteren Teil zu kalt. Die Heizleistung fehlt. Aber bleiben wir bei der fachgerechten Hypokauste. Ein wichtiger Unterschied zum Grundofen ist also dass bei der Hypokauste die Ofenwände durch aufgeheizte Luft, beim Grundofen dagegen durch die Rauchgase erhitzt werden. Das erlaubt bei der Hypokauste, prinzipiell, eine weit größere Erwärmungsfläche. Die Luft kann schließlich sehr weit abgekühlt werden da sie sich ja nur in einem Kreislauf bewegt. Die Rauchgase beim Grundofen können jedoch nur soweit abgekühlt werden dass noch genug Temperatur (Energie) zur Verfügung steht damit die Rauchgase über den Schornstein ins Freie gelangen können und dabei auch noch den Schornstein vor dem versotten schützen. Die Kontaktfläche der Rauchgase zur Ofenwand ist somit begrenzt. Was bedeutet das für den Wirkungsgrad im Vergleich? Theoretisch im Prinzip erstmal nichts, da ja auch die Hypokauste Rauchgase hat und auch die genügend Restenergie benötigen um das Haus zu verlassen und den Schornstein zu schützen. Und in der Praxis? Kommt auf die Hypokauste an. Stellt man sich den Wärmeerzeuger der Hypokauste wie einen Grundofen vor, dessen Feuerraum und gemauerter Zug nicht die Außenwand aufheizen, sondern intern einen Warmluftkreislauf, bleibt alles gleich. Auch der Ofen würde, je nach Bauart, nur alle 12 Stunden beheizt. Logischerweise macht eine solche Konstruktion aber nur in Ausnahmefällen Sinn. Nämlich dann wenn ein Ofen gebaut werden muss der sich nicht direkt mittels der Rauchgase erwärmen lässt. Auch ohne weitere Erklärung ist logisch dass ein solcher Ofen deutlich teurer wird als ein, in der Leistung vergleichbarer, Grundofen. Vielleicht finden wir unter den Lesern jemanden der einen solchen Ofen hat. Ich glaube das aber kaum. Nach meiner Erfahrung kommen auf einen solchen Ofen mehr als 1000 normale Grundöfen. Grundsätzlich ist eine solche Hypokauste einem Grundofen in Leistung und Wärmeabgabe ebenbürtig, in der Gestaltungsmöglichkeit aber (Bau über mehrere Stockwerke, sehr große beheizte Flächen) überlegen. Nun stellen wir uns den Wärmeerzeuger als ein Gerät vor das kontinuierlich Wärme abgibt. Also z.B. einen Öl- oder Gaseinsatz. Auch ein Pelletseinsatz sollte so zu gebrauchen sein. Die Heizleistung wird automatisch erzeugt, die Wärme über die Oberfläche der Hypokauste als Strahlungswärme abgegeben. Funktioniert bei der Wärmeabgabe wie ein Grundofen und ist daher empfehlenswert wenn man einen automatischen Betrieb wünscht. Die dritte Variante ist eine Hypokauste in der als Wärmeerzeuger ein Heizeinsatz für Stückholz verwendet wird. Diese Heizeinsätze haben praktisch kaum Wärmespeicherung. Auch die Wärmespeicherung der Hypokaustenwand ist eher gering. Es wird zwar ein mancher jetzt sagen das stimme nicht, warum sollte die Hypokaustenwand weniger speichern als beim Grundofen? Es ist so, die Menge der gespeicherten Wärme ist nicht nur von der Menge der Speichermasse sondern auch von der Temperatur abhängig. Dabei kann die Luft in der Hypokauste nicht heißer sein als die Temperatur der Rauchgase beim Schornsteineintritt. Wäre das anders würden die Rauchgase aufgeheizt statt abgekühlt. Beim Grundofen ist das aber dann schon die Temperaturuntergrenze. Denn hier funktioniert das gerade andersherum. Die kälteste Stelle im Ofen ist dort wo die Rauchgase den Ofen verlassen. Auch logisch und leicht zu verstehen. Also muss eine solche Hypokauste praktisch permanent bedient werden, genau so wie eben ein Heizkamin oder Warmluftkachelofen auch. Der Vorteil ist lediglich dass die Wärme als Strahlungswärme abgegeben wird. Die Komfortmerkmale des Grundofens fehlen hier. Das war die fachgerechte Hypokauste. Nun zu dem was manchmal als Hypokauste bezeichnet wird. Das ist ein Warmluftkachelofen, Heizkamin oder Kombiofen bei dem die Umluftöffnungen fehlen. So kommt natürlich keine warme Luft aus dem Ofen, die Wärme kann den Ofen nur noch als Strahlungswärme verlassen. Aber eine, die fachgerechte Hypokauste kennzeichnende, interne Warmluftführung fehlt. Dadurch wird die Ofenoberfläche nur im oberen Teil richtig erwärmt. Die Luft selbst wird schlecht entwärmt und bleibt somit zu heiß. Der Ofenkörper im oberen Teil und das Rauchgasrohr werden nicht ausreichend gekühlt. Dadurch gehen die Rauchgase mit überhöhter Temperatur in den Schornstein. Der Wirkungsgrad geht in den Keller. Nur ein kleines Beispiel: Angenommen ein Heizeinsatz hat eine Nennleistung von 9kW und wird mit dieser Nennleistung (ca.3kg Holz/h) betrieben. Nehmen wir weiter an dass der Einsatz 3kW dieser Leistung über die Scheibe abstrahlt. Bleiben 6kW welche über die Ofenoberfläche abgegeben werden müssten. Nehmen wir jetzt weiter an dass die Ofenoberfläche 100°C erreicht. Dann müsste diese 100°C heiße Fläche rund 6m² groß sein damit diese Wärmemenge auch tatsächlich abgestrahlt wird. Wenn nun jemand so einen Ofen hat ist die überschlägige Ermittlung der tatsächlichen Leistung als relativ einfach. Nur glaube ich nicht dass jemand an seinem „Strahlungskamin“ diese Fläche mit der Temperatur vorfindet. Auch die überschlägige Ermittlung des Wirkungsgrades ist nicht sehr kompliziert. Erreicht man dabei mehr als 50% ist man vermutlich schon bei dem glücklicheren Teil.
Zitat von Mann:
Frage: Warum soll angeblich die Speicherfähigkeit einer perfekt konstruierten Hypokauste schlechter sein, als bei einem Grundofen? Ist nicht vielmehr die Temperaturverteilung in der H. viel gleichmäßiger und somit auch die Oberflächentemperatur?
Sollte mit obigem Beitrag ebenfalls geklärt sein.
Zitat von Mann:
Frage: Macht es einen Unterschied, ob der Ofen bei extrem starkem Kaminzug (Wind, sehr kaltes Wetter) über die Zuluftklappe oder über die Abgasdrossel geregelt wird? Warum?
Die Abgasdrosselklappe ist eine Krücke die hilft einen Ofen an einen, an sich nicht zu dem Ofen passenden, Schornstein anzupassen. Deshalb braucht es die Drosselklappe an industriell hergestellten Kaminöfen und Kamin/Kachelöfen-Heizeinsätzen. Einmal richtig eingestellt muss sie nicht weiter bedient werden. Der Schornsteindruck ändert sich zwar mit dem Wetter durchaus während des ganzen Jahres und auch, z.B. bei starkem Wind, von Minute zu Minute. Dies erfordert aber keine Neueinstellung, so stark sind die Unterschiede da nicht. Die grundlegenden Daten des Schornsteins ändern sich ja nicht. Nicht nötig ist sie beim handwerklich gebauten und richtig berechneten Grundofen (auch nicht beim wirklich fachgerecht gebauten Kombiofen). Dieser Ofen kann genau auf den vorhandenen Schornstein bezogen berechnet und geplant werden. Kann schreibe ich deswegen weil das leider nicht die Regel ist. Also wenn Regeln nötig ist (dann ist meist die Abgasklappe nicht richtig eingestellt) dann mit der Zuluftklappe. Aber vorsichtig, keinen Luftmangel erzeugen.
Zitat von Mann:
Frage: Wenn es ohnehin einer Nachheizfläche bedarf, warum dann nicht gleich einen hochisolierten Brennraum aus Vermiculite, um maximale Effizienz und beste Emissionswerte zu erreichen? M.
Nun, beim Heizkamin ist es so dass die Nachheizfläche durch Vermiculite im Feuerraum erst nötig wird. Beim Grundofen könnte man das theoretisch machen. Hätte aber ein paar kolossale, pekuniäre und technische, Haken. Der Ofen müsste viel größer werden da der Feuerraum nicht mehr als Speicher- und Abstrahlfläche zur Verfügung stehen würde. Die Zuglänge würde wesentlich länger sein müssen, aber meist nicht können weil da auch Reibungs- und Umlenkverluste im Zugsystem vorhanden sind. Also wäre die Effektivität meist schlechter und die Kosten immer teurer. Außerdem glaube ich nicht dass es Vermiculite im Grundofenfeuerraum lange machen würde. Schon alleine der mechanische Verschleiß bei hohen Temperaturen wäre für das Material schnell das Ende.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
14.03.08, 07:49:16

Kelpin

(Moderator)

@niemer.de:
Zitat:
Ich möchte einen Grundofen haben. Darüber sind alte Holzbalkendecken ohne großartige Isolierung( Baujahr 1880). Wie warm werden die Räume darüber?

Zufällig habe ich diese Situation in meinem Haus. Unter dem Büro befindet sich das Eßzimmer, welches bei Ofenheizung der wärmste Raum im Haus ist (22°C Raumtemp, über dem Ofen bis 40°). Wenn durchgängig geheizt wird habe ich im Büro noch 15W/m2 gemessene Heizlast bei 5°C Außentemperatur. Ohne den Ofen wären etwa 50W/m2 zu erwarten. Ohne zuzuheizen stellt sich das Büro auf 17-18°C ein. Die Räume sind allerdings eher klein (15m2). Ich würde erwarten, daß bei einem größeren Gebäude der Effekt geringer ist.

Gruß

------------------------- Kelpin -------------------------
14.03.08, 08:38:29

niemer.de

(Senior Member)

@Kelpin

das hört sich ja schon gut an.
Hast Du auch so ne alte Hütte mit Massivmauerwerk das man nachträglich schlecht isolieren kann?
Bei mir ist halt das Problem, das ich eine Seite des Hauses 2+2 Räume mit einem Warmluftofen abdecke und die andere Seite mit einem 2. Ofen heizen möchte um mich entgültig vom Öl zu verabschieden. Die 8 Räume auf 2 Etagen sind durch ein offenes Treppenhaus getrennt.Ein 2. Ofen muß also her.
Ev. schaue ich mir mal den Walltherm an, der dann an die vorh. Heizkörper anbeschlossen wird.
Ein Grundofen wäre auch schön. Das Problem: Der Ofen müßte durch eine 24er Mauer gebaut werden um 2 Räume zu heizen und dann noch das Obergeschoss zumindestens anzuheizen, ohne aber wiederum das Schlafzimmer zu überheizen. Aber da könnte man mit einer Dämmung der Erdgeschossdecke arbeiten.
Probleme über Probleme! Was war das doch schön als das Öl noch 25 Pfennige gekostet hat!

Gruß Uwe
17.03.08, 13:37:25

miva

(Newbie)

Hallo Herr Kern

welche Bauweise würden sie für einen Grundofen empfehlen, mehrschalige Bauweise oder die Traditionell Bauweise ohne Luftspalt? Welche vor und Nachteile gibt es jeweils?
Vielen Dank im voraus.

lg. miva
17.03.08, 13:57:02

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 19.03.08, 06:51:31

@miva Wir bevorzugen die mehrschalige Bauart. Die setzt aber voraus dass dann auch mit modernen Materialien und Methoden gebaut wird. Mehrschalige Bauweise mit Lehm geht garantiert schief. Es gibt aber auch Ofenbauer die bei der alten Bauweise bleiben und damit beste Ergebnisse haben. Entscheidend ist dass der Ofen entsprechend der vorgesehenen Bauweise berechnet wird.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
19.03.08, 06:51:12

niemer.de

(Senior Member)

verwirt
Kann man mit einem Grundofen auch backen oder kochen und welche Temperaturen entstehen im Backfach?
20.03.08, 17:26:15

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 20.03.08, 17:40:29

Ein klares jein Zum Backen braucht man Oberhitze. Die steht in einem richtig berechneten und gebauten Grundofen nicht ausreichend zur Verfügung da die Feuerraumdecke zu weit vom Boden (Backgut) entfernt ist. Kochen braucht nur Unterhitze. Die steht im Feuerraum natürlich zur Verfügung. Auch auf der Feuerraumdecke sollte das gehen. Wenn man backen will ist es jedoch kein Problem im Grundhofen einen separaten Backofen mit richtiger Backofengeometrie (flach, große Grundfläche) einzubauen. Dieser Backofen ist praktisch ein eigenständiger Feuerraum. Der Backofen wird nach außen isoliert, die Hitze soll ja nach innen, und daher auch im Sommer verwendbar. Die Leute bei denen wir sowas gemacht haben sind durch die Bank davon begeistert. Kein Vergleich mit einem Elektobackofen. Es werden Temperaturen bis ca. 400°C erreicht.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
20.03.08, 17:39:52

Mäcki

(Senior Member)

Guten Abend,
kochen und braten geht wunderbar im Grundofen!

Man muß dazu nur eine Röhre in den Feuerraum einbauen (zweischalig). In dem Fach herrschen dann 80 - 100 °C, das reicht. Natürlich muß mit einer längeren Garzeit rechnen.

Backen hab' ich noch nie ausprobiert, ich bin kein Kuchenbäcker!

Mäcki
21.03.08, 22:18:30

Holli

(Member)

Hallo,

wenn der schwere Grundofen beheizt wird wie ein mittlerer (8h Intervall) gibt er dann eine vergleichbare Leistung ab (also wie im Beispiel anstatt 3kw dann 4,5kw)?

Gruß,
Holger
25.03.08, 19:43:35

Kelpin

(Moderator)

Hallo Holli,
ganz so einfach ist es leider nicht. Wenn Sie einen schweren Grundofen öfter heizen als vorgesehen, erhöht sich vor allem die Abgastemperatur bei entsprechend schlechtem Wirkungsgrad. Die Züge sind dann innen noch zu warm um die Energie eines Abbrandes vollständig aufzunehmen.
Schwere Öfen bauen größer als leichte bei gleicher Leistung. Das läßt sich nicht umgehen traurig
Gruß

------------------------- Kelpin -------------------------
01.04.08, 09:27:53

niemer.de

(Senior Member)

Viele Leute denken bei einer Holzheizung an den Dreck!
Wie oft muß ein Grundofen sauber gemacht werden und wieviel Asche fällt dann an?

mit Augen rollen
Uwe
03.04.08, 10:33:09

Kelpin

(Moderator)

Hallo niemer.de,
ein guter Punkt. Da wir viel zu wenig zuhause sind, habe ich keine repräsentative Erfahrung mit Reinigungszyklen, möchte aber zweierlei hier beisteuern:

Die Asche wird nie ganz entfernt, da das Feuer ja im Aschebett brennt. Dadurch ist man mit der Reinigung recht flexibel und kann mal ein paar schaufeln Asche rausnehmen wenn sowieso geputzt wird lachen

Ein bissl gekrümel beim Anheizen ist wohl nicht ganz zu vermeiden. Hier leistet der Funkenschutz gute Dienste (weil "Mann" weiß wo er hinkrümeln darf).

Gruß

------------------------- Kelpin -------------------------
03.04.08, 11:44:46

niemer.de

(Senior Member)

Bei einer Ölheizung/Gasheizung kommt es immer wieder zu Kosten durch Reperaturen, Messungen/Schorsteinfeger, Tankreinigung, spätestens alle 20 Jahre eine neue Anlage u.s.w.
Was entstehen bei einem Grundofen für Kosten durch Wartung u.s.w.?
02.05.08, 12:23:57

Theo Kern

(Administrator)

Hallo niemer.de

Geringe.

Der Ofen muss in 20 Jahren 3-4 mal geputzt werden. Der Schornstein natürlich regelmäßig.
Das ist im Prinzip alles.
Natürlich kann auch mal eine Reparatur nötig sein.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
02.05.08, 13:17:32

Heizwolf

(Member)

Eine Frage von mir:

Warum wird die Brennkammer kastenförmig gebaut und nicht mit einer gewölbten Decke bzw. abgeschrägten Kammer-Kanten? Letzteres sollte doch die Hitze besser konzentrieren, oder ist der Effekt vernachlässigbar?
03.05.08, 12:28:33
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