Bauweise mit Luftspalt

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01.02.11, 07:57:14

Theo Kern

Heute werden die meisten Grundöfen mit Luftspalt gebaut.

Das hat einige Vorteile aber auch den Nachteil dass bei der Bauweise mit Luftspalt der Zug etwas länger werden muss.

Das kommt ganz einfach daher dass der Zug ohne Kontakt mit dem Außenmantel schneller heiß wird wegen der fehlenden Wärmeleitung und daher das Heizgas weniger schnell entwärmt (gekühlt) wird. Durch den längeren Zug wird das ausgeglichen.
Die Wärmeübertragung von Zug und Feuerraum auf den Außenmantel geschieht in erster Linie per Strahlung. Die innere Konvektion leistet, abhängig von der Luftspaltbreite, einen kleineren Beitrag dazu.

Klar nimmt die Strahlung im Quadrat zu der Entfernung ab. Dadurch entsteht aber kein Nachteil da dabei auch die angestrahlte Fläche im Quadrat größer wird. In der Summe bleibt es also gleich.

Richtig ist dass weiter von der Strahlungsquelle (Feuerraum, Zug) entfernte Mantelflächen weniger warm werden. Dafür sind die Flächen dann größer.

Energie kann nicht verloren gehen.

Aus dem Grund gibt ein Ofen immer die Leistung ab die in seinem Inneren erzeugt wird.

Aber nicht alle Wärme kommt im Raum an.

Ein, unvermeidlicher, Mindestanteil geht durch den Schornstein verloren bzw. ist für dessen Funktion erforderlich.

Es ist die Kunst der Ofenkonstruktion diesen Anteil möglichst klein zu halten.

Ein weiterer Teil geht durch nicht verbranntes Holz (CO-Emission, Ascheanteile) verloren.

Auch dieser Anteil ist durch fachgerechte Konstruktion niedrig zu halten.

Ein weiterer Anteil geht verloren wenn der Ofen an einer Außenwand steht.

Diesen Anteil gilt es durch richtige Dämmung klein zu halten.

Aus diesen Ausführungen ergibt sich dass, wenn der Ofen mit Luftspalt gebaut wird, die Berechnung entsprechend angepasst ausgeführt werden muss.

Hier verwenden manche Hersteller (absichtlich?) alte Berechnungsprogramme aus einer Zeit als das Bauen mit Luftspalt noch nicht Stand der Technik war. Mit diesen Berechnungen sehen die Öfen dann, auf dem Papier, besser aus als sie in Wirklichkeit sind.

Es muss daher darauf geachtet werden dass mit aktuellen Programmversionen berechnet wird.

Klar wird aus diesen Ausführungen auch dass es unzulässig ist die Heizleistung als eine Funktion der Oberfläche anzugeben.

Auch das ist Masche bei einer Reihe von Herstellern.

Warum sollte ein Ofen, bei gleichbleibendem Innenaufbau, mehr leisten nur weil seine Oberfläche vergrößert wird?

Das wäre das perfekte Perpetuum Mobile.

Einfach einen 2kW Ofen (Feuerraum und Zug) mit einem 50m² Außenmantel und dann mit der beliebten Aussage „der Ofen hat 900 Watt/m²“ eine Kirche beheizen kann nicht funktionieren.

Genau mit der Masche aber werden viele Öfen verkauft.

In der Praxis werden diese Öfen dann überheizt und haben dadurch dann einen miserablen Wirkungsgrad.
 
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